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  • image1 "Das Wenige, was du tun kannst, ist viel, wenn du nur Schmerz, Angst und Weh von einem Wesen nimmst" M. Ghandi
  • image2 Herzlich Willkommen bei der Tierhilfe Hohe Tatra Kezmarok e.V. in Regensburg
  • image3 It`s a beautiful day!

 

Unsere Fahrt im Mai 2012 in unser Patentierheim in Kežmarok

Am 29.04.2012 war es endlich wieder soweit! 
Wir fuhren in unser Patentierheim nach Kežmarok, um dort vor Ort zu arbeiten, zu helfen und zu unterstützen.

Fahrt nach Kezmarok

Mit an Bord waren diesmal wieder unsere fleißigen Männer Wolfgang Spießl und Heinz Köhler und ich, Janina Pavlicek. Zum ersten Mal dabei waren unser 3.Vorstand, Evi Schreiner, die sich schon lange unglaublich engagiert für die Tiere dort im Tierheim Ort einsetzt und Dorothea Liebl, eine aktive Tierschützerin und tolle Hundeflüsterin.
Nachdem wir am Sonntag am späten Nachmittag in Kežmarok angekommen waren, gingen wir natürlich sofort ins Tierheim, wo wir schon voller Freude von Simona (der Tierheimchefin), Lenka und weiteren netten Menschen erwartet wurden.
Wir waren gespannt, wie viel sich in den letzten Monaten im Tierheim wieder verändert hatte und natürlich, wie viele altbekannte und vertraute Hundeschnauzen uns begrüßen würden und wie es den neuen Hunden, die noch nicht so lange im Tierheim waren, geht.
Das Wiedersehen mit den Hunden und auch die erste Begegnung mit den Neuzugängen war ein sehr emotionaler Moment. Ein paar Tränen wurden vergossen – sehr verständlich bei den traurigen und flehenden Augen, die uns anschauten und sagten: bitte, bitte holt uns hier raus!!!
Schon am Sonntag konnten wir sehen, dass dank der Spendengelder etliche neue Zwinger aufgestellt werden konnten, dass nun in vielen Zwingern die isolierten, wetterfesten Hundehütten stehen und dass ein neuer Durchgang zum großen Auslauf gebaut wurde. Dadurch haben die Hunde, wenn sie in den Auslauf geführt werden, deutlich weniger Stress, da sie nicht mehr an allen Anderen vorbeigehen müssen.
Am Montag dann ging es los mit der Arbeit. Wolfgang und Heinz verschafften sich einen Überblick über die zu reparierenden Zwinger. Neue Gitter hatten wir in Deutschland bestellt und bereits vor einigen Wochen nach Kežmarok geschickt.
Der Maschendrahtzaun an den alten Zwingern war schon so kaputt, dass sich die Hunde immer wieder verletzten, das heißt hängenblieben und dann, in Panik geraten, die Beine nicht mehr aus dem Draht herausbekamen. An anderen Stellen, wo der Draht schon total zerrissen war, waren Holzbretter angenagelt worden, sodass die Hunde nichts mehr sehen konnten und dann noch stärker unter Stress standen. Ein weiterer Plan war, eine Überdachung für den Welpenauslauf zu bauen, da die Welpen bei Regen und auch in praller Sonne bisher ganz ungeschützt waren und deshalb oft nur im Zwinger sein konnten.

Fahrt nach Kezmarok Fahrt nach Kezmarok

Wolfgang und Heinz fingen dann sofort mit der Arbeit an und arbeiteten von Montag bis Donnerstag von früh bis abends! Das Ergebnis ist perfekt und auf den Fotos zu sehen. An dieser Stelle möchten wir uns im Namen der Tiere ganz, ganz sehr bei den Beiden bedanken!!
Außer den neuen Gittern reparierten sie noch eine Menge anderer Sachen, kurz und gut, überall, wo etwas zu tun war, waren sie zur Stelle.
Das Dach für den Welpenauslauf muss nun allerdings auf die nächsten fleißigen Helfer von der Tierhilfe Bad Dürkheim warten, und wir hoffen, dass es noch vor der größten Hitze gebaut werden kann.

Fahrt nach Kezmarok Fahrt nach Kezmarok

Der Rest der Crew, also Evi, Dorle und ich, hatten uns vorgenommen, alle Hunde auf ihren Gesundheitszustand zu prüfen und zu schauen, ob nicht der ein oder andere Vierbeiner tierärztlich untersucht werden sollte. Simona kümmert sich um die Gesundheit der Hunde so gut sie kann, aber da sie allein dafür zuständig ist und es so viele Hunde sind, hat sie nicht immer die Zeit dafür. Ein weiterer Aspekt ist das Geld. Tierarztbesuche sind auch in der Slowakei teuer und so manche Untersuchung muss warten, da oft einfach nur das Geld für Futter da ist.
Wir hatten schon damit gerechnet, dass einige Hunde zum Tierarzt müssen und hatten dafür auch Spendengelder dabei.
Im Laufe der Woche fuhren wir dann fast täglich mit Hunden zum Tierarzt. Wir ließen einige röntgen, das Blut untersuchen, kastrieren und impfen und chipen. Es wurden mehrere Langzeit-Schmerzmittel für Hunde mit Hüftproblemen verschrieben. Einige Hunde bekamen Antibiotika, da sie Entzündungen hatten und bei einigen Hunden wurde eine starke und sehr schmerzhafte Ohrenentzündung behandelt.
Unser größtes Sorgenkind aber war Alex, ein großer Schäferhund, der in seinem Leben nur die Schattenseite gesehen hatte. Alex lief sehr schlecht und wir wussten nicht, wie es mit ihm weitergehen würde. Den ganzen Bericht über Alex mit Happy-End finden Sie unter der Rubrik „Aktuelles“.
Nachdem wir die Hunde soweit gesundheitlich gecheckt hatten, holten wir uns die einzelnen Hunde in den Auslauf, fotografierten Sie und machten uns Notizen zu Sozialverhalten, Verträglichkeit, Bewegungsdrang, Temperament, Beziehung zu Menschen usw.
Vor allem Hunde, die schon lange im Tierheim sind und nur relativ geringe Chancen auf Vermittlung haben, waren uns wichtig. So leben im Tierheim viele Schäferhunde und Schäferhundmischlinge, die jetzt nicht unbedingt zu den gefragtesten Hunden zählen, da sie zum Teil doch relativ groß sind und nicht immer dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. In der Regel sind das aber ganz tolle Hunde, die sehr verträglich sind, die sich stark an Menschen binden können und unheimlich lernfreudig sind. Und auch sie verdienen eine Chance.
Die letzte sehr wichtige Sache, die wir erledigen mussten, war das Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt Kežmarok wegen einem Wasseranschluss (es gibt dort kein fließendes Wasser!!) und der Genehmigung zum Abriss des alten und sehr baufälligen Holzhäuschens im Tierheim. Das Häuschen war beim Hochwasser unterspült worden und dadurch, laut Statiker, einsturzgefährdet.
Das Gespräch beim Bürgermeister verlief sehr gut. Er versprach uns, dass er sich persönlich um die Genehmigung für einen Wasseranschluss kümmern würde. Da die Stadt aber über keine finanziellen Mittel verfügt, müssten wir den Wasseranschluss selbst finanzieren. Nach unseren momentanen Informationen liegen die Kosten bei ca. 5000 Euro. Das heißt, wir werden wieder einen Spendenaufruf starten, damit es endlich fließendes Wasser gibt.
Die Genehmigung für den Abriss des Häuschens haben wir nun auch, allerdings kann auch da die Stadt keine Kosten übernehmen, obwohl es Eigentum der Stadt ist und diese eigentlich dafür verantwortlich sein sollte! Das heißt, es kommen weitere Kosten auf das Tierheim zu. Aber die gute Nachricht ist auch, dass dann endlich die neuen Baucontainer aufgestellt werden können. Einer wird als Quarantänestation, einer als Behandlungsraum, einer als Mutter und Welpenraum und einer als Aufenthaltsraum genutzt werden.
Das verbessert natürlich die Möglichkeiten, sich vor Ort medizinisch um Hunde kümmern zu können, enorm! Bis jetzt ist es so, dass kranke Tiere so lange in der Tierklinik bleiben müssen, bis sie wieder fit sind. Die Kosten für einen Tag Unterbringung liegen bei 10 Euro, was für dortige Verhältnisse sehr, sehr viel Geld ist. Durch die beheizbare Quarantänestation werden die Tiere auch vor Ort versorgt werden können. Der Kauf dieser Baucontainer ist nur durch die großzügige, sehr hohe Spende von sehr lieben und engagierten Tierschützern möglich geworden.
Nach einer ereignisreichen, anstrengenden aber auch sehr erfüllten Woche fuhren wir dann am Sonntag, den 6. Mai, nach Hause. Und nun heißt es wieder hier bei uns dem Tierheim aus der Ferne zu helfen, neue Pflegefamilien zu finden, Sponsoren für die Projekte zu suchen und auch immer wieder arme Hunde zu retten und ihnen ein neues Leben zu schenken. 

Fahrt nach Kezmarok Fahrt nach Kezmarok
 Fahrt nach Kezmarok  Fahrt nach Kezmarok
 Fahrt nach Kezmarok  Fahrt nach Kezmarok
 Fahrt nach Kezmarok  Fahrt nach Kezmarok
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 Fahrt nach Kezmarok  
   

 

Die Geschichte von Alex, dem Schäferhund
Der arme, ältere Schäferhund Alex kam irgendwann im Januar 2012 in unser Patentierheim in Kežmarok.
Er wurde bei Temperaturen von -25°C auf einem Feld gefunden. Man hatte ihn im schlimmsten Frost ausgesetzt, wahrscheinlich sollte er dort auf grausame Weise verhungern und sterben.
Tierliebe Menschen fanden Alex jedoch und brachten ihn dann in das Tierheim. Dort wurde er sofort von einem Tierarzt untersucht und es wurde festgestellt, dass Alex eine starke Arthrose an den Hinterbeinen hat und dass er sehr schlecht laufen kann. Man fand auch heraus, wo und wie er gelebt hatte: er musste sein Leben an einer Kette verbringen, hatte also keinen Auslauf, bekam nur Abfälle zu fressen und erfuhr so gut wie keine menschliche Zuwendung. Er wurde nicht gestreichelt und geliebt und niemand hatte ein gutes Wort für ihn übrig.



Als wir nun im Mai in unserem Patentierheim waren, schauten wir uns Alex an und waren zuerst darüber schockiert, wie schwach seine Hinterbeine waren. Wir wussten nicht, ob es nicht besser wäre, ihn zu erlösen. Im Laufe der Woche waren wir aber dann noch einmal beim Tierarzt. Alex bekam Schmerzmittel und es ging ihm deutlich besser. Als wir ihn in den Auslauf ließen, genoss er die Bewegung, die Sonne und auch die Streicheleinheiten. Er war ganz offensichtlich glücklich! Das zu sehen war für uns wirklich wunderbar.
Wir kauften für Alex ein Diätfutter, da der Tierarzt eine Gewichtsreduktion von mindestens 5 kg empfohlen hatte. Anschließend wurde er auch noch gründlich gebürstet und von seinem dicken Winterpelz befreit, da sich bei Arthrose zu viel Wärme aber auch nass-kaltes Wetter sehr ungünstig auswirken.



Zum Schluss waren wir uns einig, dass Alex im Tierheim wenigstens noch ein paar relativ schöne Monate bis zum Herbst mit regelmäßig Auslauf und den Schmerzmitteln haben konnte. Es war klar, dass er den nächsten Winter mit – 30°C dort nicht überstehen würde. Also musste etwas getan werden!
Wir hofften sehr, dass wir für Alex in Deutschland vielleicht einen Gnadenhof finden würden, wo er sein Leben in Würde vielleicht noch ein paar Jahre leben könnte. Unsere liebe Evi Schreiner setzte sich sofort nach unserer Ankunft mit Claus Weikel, dem Moderator von Radio Charivari, in Verbindung und erzählte ihm von Alex‘ traurigem Schicksal. Daraufhin kontaktierte Claus Weikel das Tierparadies „Gut Aiderbichl“ und erzählte dessen Begründer, Herrn Michael Aufhauser, die traurige Geschichte von Alex und bat um Hilfe.
Und dann kam die wunderbare Nachricht:

Alex darf auf Gut Aiderbichl umziehen!!!
Er kann dort die Zeit, die ihm noch bleibt, genießen, er wird geliebt und umsorgt und erfährt wenigstens für den Rest seines Lebens, was ein zufriedenes Hundeleben ist.
Vielen, vielen Dank für den tollen Einsatz von unserer Evi Schreiner, dem sehr engagierten Claus Weikel und natürlich den wunderbaren Menschen von Gut Aiderbichl, die dieses Wunder für Alex möglich machten!
Alex darf bereits in den nächsten Tagen nach Deutschland kommen. Er wird dann noch einmal tierärztlich untersucht und darf dann in sein neues Zuhause umziehen.

Hier noch ein Nachtrag: 
Am Freitag, den 18.6. fuhren Evi Schreiner und Janina Pavlicek mit Alex zuerst nach München in die Tierklinik zu einem Gesundheitscheck und brachten Alex anschließend nach Gut Aiderbichl. Sofort nach der Ankunft kümmerten sich vor Ort sehr liebe Mitarbeiter rührend um Alex, sodass sich der große Bär dort sofort richtig wohl fühlte und voller Tatendrang die riesige Wiese vom Hundeauslauf begutachtete.

Wir sind uns sicher, dass Alex noch eine sehr schöne Zeit vor sich hat, da er die nötige physiotherapeutische Behandlung bekommt und einfach nur geliebt wird!